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Sekundärmarkt weiterhin flau


(19.10.2013) -  

Der weltweite Sekundärmarkt für edle (gereifte) Weine scheint noch immer nicht in die Gänge zu kommen. Das jedenfalls geht aus den Zahlen des Liv-Ex hervor, des wichtigtens Wein-Indexes weltweit. Nachdem dieser vor zwei Jahren einen Höchststand von ca. 360 Punkte erreicht hatte, ging es zwischen Juli 2011 und Dezember 2012 um etwa 100 Punkte bergab. Zwar schien es zu Anfang dieses Jahres, als könne sich der Index wieder erholen, aber nach den knapp 280 Punkten im März orientierte sich der Kurs wieder nach unten, um im September nur knapp über der 260er Marke zu landen. Schuld an dieser Stagnation ist sicher die anhaltende Unlust von Europäern und Amerikanern, massiv in "fine wine" zu investieren, aber auch die teilweise staatlich verordnete Zurückhaltung chinesischer Käufer.


Bereits seit zwei Jahren ist der wichtigste Index des Wein-Sekundärmarkts, der Liv-ex, weit von seinem Höhepunkt entfernt. Auch die kurze Aufwärtsphase zu Beginn dieses Jahres war nur von kurzer Dauer. (Liv-ex.com is the leading exchange for fine wine. It also provides valuations to both professional traders and wine collectors.)

Zu dieser Entwicklung passt die Meldung, dass erneut ein zuvor angeblich erfolgreicher Weinfonds eingestellt werden musste. Einer der größten europäischen Fonds, der ca. 109 Mio. Euro schwere Nobles Crus, wurde bereits im Mai von den Bankenaufsehern in Luxemburg geschlossen. Der Fonds hatte bis zum Ende des vergangenen Jahres ungewöhnlich hohe Gewinne vorgegeben, bis sich herausstellte, dass man bei deren Berechnung nicht den allgemein anerkannten Liv-ex, sondern eigene, dubiose Zahlen zur Grundlage gemacht hatte.

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... und wie zur Bestätigung

... und wie zur Bestätigung bekomme ich heute eine Mail von Hawesko, in der man bekannt gibt: "... dass ihre im Bordeaux ansässige Tochtergesellschaft Château Classic - Le Monde des Grands Bordeaux, die auf den Handel mit hochwertigen Bordeauxweinen spezialisiert ist, im Zeitraum 1. Juli bis 30. September 2013 einen höher als erwarteten Verlust realisiert hat. Eine wesentliche Ursache dafür ist der längerfristige Preisverfall in diesem Markt, der sich in den vergangenen Wochen noch einmal verschärft hat."

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