WorldWine Blog

10.06.2014

von Eckhard Supp - Wien ist eine Reise wert, vor allem immer dann, wenn die österreichische Weinwirtschaft in der Hofburg ihre besten Weine präsentiert. VieVinum heißt das Spektakel, das am kommenden Wochenende zum neunten Mal stattfindet, und zu dem Tausende aus aller Herren Länder in die Donaumetropole pilgern. In der Flut der Weine dürfte es vielen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Aus diesem Grunde habe ich meine mehr als 8.000 Verkostungsnotizen österreichischer Weine aus den letzten Jahren einmal nach den bestbewerteten und interessantesten Gewächsen durchforstet.

0 | Tag(s): Österreich, VieVinum, Wien
19.01.2014

von Eckhard Supp - Geplant hatte ich diese "Verkostung" schon länger, nur leider war sie nie zustande gekommen. Und so lud ich schließlich einfach ein paar Freunde zu mir nach Hause ein und öffnete mit ihnen zusammen einen Teil der Barolos aus den 1980er Jahren, die noch in meinem Keller schlummerten. Und sie waren großartig! Fast alle noch in Form, obwohl der eine oder andere seinen Höhepunkt schon überschritten hatte, und manche der Flaschen wirkten, als hätten sie ruhig auch noch einmal 10 oder 20 Jahre reifen können.

05.01.2014

zu den Weinen
 

Wie schon in den vergangenen Jahren habe ich auch an diesem Jahreswechsel einmal nachgeschaut, wie viele und welche Traumweine ich in den abgelaufenen 12 Monaten genießen durfte. Während die "Ernte" in manchen Jahren eher spärlich ausfiel, fand ich in diesem gleich 16 Rote, Weiße und Dessertweine, die diese Bewertung verdient hatten, und noch einmal neun, die sich mit etwas Flaschenreife dorthin entwickeln könnten. Sie kamen aus Italien, Südafrika, Österreich, Deutschland und Frankreich.

05.12.2013

von Eckhard Supp - Im Vorfeld bereits kontrovers diskutiert, ist das jüngste Falstaff-Projekt jetzt auf dem Markt: der Wein Guide Deutschland 2014. Nein, bescheiden ist man in Wien nicht. Gott bewahre! Hans Mahr, sicher einer der renommiertesten und kompetentesten Herausgeber von Weinpublikationen weltweit, gibt sich denn auch selbstsicher: "Daher war es höchste Zeit, dass der Falstaff als führendes Weinmagazin den deutschen Wein ... unter die Lupe nimmt und einen Guide zusammenstellt, in dem man tatsächlich alles Wissenswerte über Deutschland und seine Weine erfährt."

02.12.2013

von Eckhard Supp - "Haben Sie schon mal einen Wein vom Ätna getrunken?" Die Frage, die "Master of Wine" Caro Maurer als Moderatorin des Abends den Gästen des Hamburger "I Vigneri" stellte - hervorragende sizilianische Küche vom japanischen Chefkoch -, war wirklich nicht rhetorisch gemeint, aber ihre Antwort hätte man dennoch vorhersagen können: Natürlich nicht, und wahrscheinlich wussten nicht mal mehr als eine Handvoll Anwesende, dass am Ätna überhaupt Wein erzeugt wird, noch weniger, dass der Name dieses heißen Ofens sogar für ein eigenständiges Anbaugebiet steht. Und eigentlich standen ja auch gar keine Weine vom Ätna im Mittelpunkt des Abends - eine Ausnahme gab es -, sondern die des zentralsizilianischen Weinguts der Conti Tasca d'Almerita, auch unter dem Namen Regaleali bekannt.


Weinbau am Ätna. Hier erzeugen die Conti Tasca einen reinsortigen Nerello Mascalese namens Tascante. (Foto: Firmenfoto)

26.11.2013

von Eckhard Supp - Wie zu Beginn dieses Jahres werden die Zeitschrift Effilee und ENO WorldWine auch Anfang 2014 wieder einen Deutschen Riesling-Challenge organisieren. Analog der ersten Ausgabe wird dabei wieder der trockene Riesling eines einzelnen Jahrgangs - diesmal ist es der 2012er - im Mittelpunkt stehen.

Aber wir haben die Palette der Weine, die eingereicht werden können, auf Anregung aus Winzerkreisen noch etwas erweitert. Zugelassen sind diesmal auch gereifte trockene Rieslinge aus den Jahrängen 2007 und älter sowie edelsüße (BA und TBA) bzw. Eisweine des jüngsten vom teilnehmenden Betrieb gefüllten Jahrgangs.

Wir möchten mit dieser Erweiterung zum einen die große Alterungsfähigkeit deutscher Rieslinge unter Beweis stellen und außerdem einen Weintyp verkosten und auszeichnen, der vor allem im Ausland für das Prestige deutscher Weine schlechthin steht.

11.11.2013

von Sigrid Neudecker* - Es ist ein wunderschöner Frühlingstag. Ich sitze im Freien, in einem wunderbaren großen Garten. Auf meinen Beinen liegt, gegen die letzten kühlen Brisen, eine karierte Decke. Der Gatte steht wie immer hinter mir, er schiebt meinen Rollstuhl. Ich bin erst seit wenigen Wochen hier. Nur noch verschwommen kann ich mich daran erinnern, wie mich ein paar starke Männer in weißen Uniformen mit vereinten Kräften in ein Auto mit vergitterten Fenstern und einem großen roten Kreuz darauf verfrachtet und hierhergebracht haben. Seitdem bekomme ich zum Frühstück viele bunte Pillen, und der Gatte darf mich jede Woche besuchen. Wir rollen dann im Park spazieren und unterhalten uns. Wie gewöhnlich lasse ich ihn erzählen. Wenn ich etwas sage, ist es immer nur ein Wort: "Schokopudding."

08.11.2013

von Eckhard Supp - Es ist wieder mal viel die Rede von Norddeutschland. Sogar in der Weinszene. Eigentlich ist das ja recht erstaunlich, denn aus Nordeutschland kam seit Jahrhunderten kein Wein. So um 1600 war das vielleicht anders ... aber heute? "Warum kann man Norddeutschland keinen Wein anbauen?" ist denn auch eine Frage, die nicht nur ein naiver User auf gutefrage.net stellte, der sich dafür die Antwort einhandelte: "Wein braucht direkte Sonneneinstrahlung. Weil in ganz Deutschland sie Sonne bekanntlich nur schräg scheint, und nie senkrecht, muss man Wein auf Bergen (Südhängen) anbauen. In Norddeutschland gibt es aber kaum Berge, deswegen auch keinen Weinanbau! So einfach!" Nun, so einfach ist es eben nicht. Tatsache ist: Es gibt Weinbau in Norddeutschland. Es gibt ihn auf Sylt, in einigen Gemeinden des schleswig-holsteinischen Festlands, in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowieso, und, was auch ausgesprochene Spezialisten oft nicht wissen, auf der Insel Föhr im nordfriesischen Wattenmeer.


Sonne satt ... das gibt es selbst auf der Nordseeinsel Föhr. Wenn auch nicht immer. (Fotos: E. Supp)

10 | Tag(s): Deutschland, Föhr, Weinbau
04.11.2013

von Eckhard Supp - Misstrauisch war ich schon ein wenig gegenüber dieser Einladung. Nicht etwa, weil ich befürchten musste, es gäbe zu schlechte Weine, nichts zu essen und kein anständiges Bett, aber Einladungen eines einzelnen Erzeugers zu Kurzbesuchen, die im Grunde nur aus einer Verkostung und einem Abendessen bestehen, stehe ich prinzipiell kritisch gegenüber. Für die Verkostung lasse ich mir in solchen Fällen die Weine lieber nach Hamburg schicken, was für beide Seiten mit wesentlich weniger Aufwand verbunden ist, und Abendessen in größerer Journalistenrunde finde ich auch schon lange nicht mehr so spannend, dass ich sie auf keinen Fall missen möchte.

16.10.2013

von Eckhard Supp - Deutschlands Weinbau hat es in den letzten eineinhalb Jahrzehnten geschafft, national und international auf sich aufmerksam zu machen. Auch preislich konnten die besten Gewächse von Rhein, Mosel, Main, Nahe und Neckar zulegen. Dennoch erzielen deutsche Weine, sieht man vom einen oder anderen, meist süßen Versteigerungswein ab, noch nicht die gleichen Preise wie die renommiertesten Wein-Ikonen aus Frankreich, Italien, Australien oder den USA.


Der Rheingauer Steinberg war früher Legende ... auch heute noch? Und sind Lagennamen überhaupt geeignet, zu Ikonen zu werden? (Foto: E. Supp)

25.09.2013

von Eckhard Supp - Robert Joseph, der britische Weinjournalist und Blogger (The Joseph Report), der seit einiger Zeit auf die kommerzielle Seite der Weinbranche gewechselt ist und daraus, als einer der wenigen in dieser Situation, auch keinen Hehl macht, hat kürzlich in seinem Blog die Frage gestellt, ob wir (wieder) mehr TV-Sendungen (und Zeitungs- oder Magazinartikel) zum Thema Wein brauchen.


Auch im Vereinten Königreich, einst Wiege des Weinjournalismus, berichten die Medien immer seltener über das schönste Getränk der Welt, sind Vollblut-Weinjournalisten so etwas wie eine aussterbende Rasse. (Foto: E. Supp)
19.09.2013

von Eckhard Supp - Was, bitte schön, ist denn eine "Strafvollzugsinsel"? Das war die erste Frage, die ich mir stellte, als mir kürzlich eine Pressemitteilung der deutschen Agentur von Italiens Traditionskellerei Marchesi de'Frescobaldi "ins Haus flatterte". Von der Strafvollzugsanstalt Gorgona war da die Rede, und von einem Wein der dort gekeltert werde. Natürlich machte mich das neugierig - endlich mal eine Pressemitteilung, hinter der eine echte Story zu stecken schien und nicht nur vollmundiges PR-Geplärre. Die zweite Frage war dann, wie ich an ein Verkostungsmuster des Weins kommen konnte. Aber gehen wir der Reihe nach vor


Auf der "Sträflingsinsel" Gorgona vor der toskanischen Küste erzeugen die Marchesi De'Frescobaldi jetzt einen hervorragenden Weißen - unter der Hülle versteckt sich das eigentliche Etikett (Fotos: Firmenfoto, E. Supp) 

11.09.2013

von Eckhard Supp - Ich erinnere mich noch gut an die 1980er Jahre, als ich in Italien von vielen Weinmachern und Winzern zu hören bekam, man beneide uns Deutsche ob unserer tollen, langlebigen Weißweine. Und tatsächlich hatten zumindest die Renommierregionen des Landes damals noch kaum etwas auf dem Gebiet der Weißen zu bieten. Nur im äußersten Norden und Nordosten sah das ein wenig anders aus.


Südtirol, hier die Lagen von Sankt Magdalena oberhalb der Provinzhauptstadt Bozen, ist traditionell eine der Weißweinbastionen Italiens. (Foto: E. Supp)

10.09.2013

von Eckhard Supp - Es passiert nicht alle Tage, dass zeitgleich mit einer großen nationalen Weinshow auf unseren (englischen) Seiten eine lebhafte Diskussion über die Weingüter ebendieses Landes stattfindet. Im Falle Südafrikas war allerdings genau das am vergangenen Wochenende der Fall, da wir nur wenige Tage zuvor ein kleines Verkostungshighlight veröffentlicht hatten, welches als Reaktion auf eine Südafrika-Bestenliste des britischen Weinjournalisten Tim Atkin zustande gekommen war.




 

Ein gut besuchter Publikums-Samstag, gefolgt von einem schwächeren Fach-Sonntag - die diesjährige Südafrika-Weinshow fand in der Berliner Botschaft des Landes statt und bot reichlich Platz für Entdeckungen und sehr interessante Gespräche. (Foto: E. Supp)

01.06.2013

von Eckhard Supp - Ich habe auf diesen Seiten wiederholt über soziale Projekte in der Weinbranche geschrieben, über die Fundis in Südafrika beispielsweise oder über Weine, die in Sizilien auf beschlagnahmten Mafia-Ländereien entstehen, aber auch über die sozialen Probleme, mit denen die südafrikanische Weinwirtschaft kämpft. Da lag es nahe, auch über eine Initiative zu berichten, auf die ich dieser Tage in den Social Media - ich glaube, es war Google + - stieß, Mallorcas Finca e Sympatico. 


Mallorca, eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Nicht alles hier ist Ballermann, wie das Projekt der Finca el Sympatico beweist. (Foto: E. Supp)