WorldWine News

19.10.2013

Wie schon vor einigen Jahren Deutschland und im vergangenen Jahr Österreich, scheint sich jetzt auch die kalifornische Exportstatistik mit dem leidigen Problem der Re-Exporte herumschlagen zu müssen, das die bisherigen Exportdaten zu Makulatur werden lassen könnte. Schon vor einigen Jahren hatte man in Deutschland bemerkt, dass der gesamte Weinexport nur noch zum geringeren Teil tatsächlich aus deutschen Weinbergen stammte - zeitweise wurden ca. 3,5 Mio. hl exportiert, von denen aber nur noch 1,5 Mio. aus Deutschland stammten -, und die Statistiken entsprechend berichtigt. In den Jahren 2011 und 2012 führten dann ENO WorldWine und der "Weinreporter" Mario Scheuermann eine hartnäckige Auseinandersetzung mit den Österreichern, die sich lange Zeit geweigert hatten, eine solche Unterscheidung in ihren eigenen Exportzahlen vorzunehmen, und handelten sich damit reichlich rote Ohren, sprich Anwürfe, Unterstellungen und Beleidigungen ein, bevor die Österreicher letztlich doch anerkennen mussten, dass die Kritik fundiert war.


Nebel über Sonoma - auch über der kalifornischen Exportstatistik liegt derzeit ein Schleier des Zweifels. (Foto: E. Supp)

19.10.2013

Gleich zwei amerikanische Universitäten haben sich jetzt in "wissenschaflichen" Studien mit der Frage beschäftigt, ob Weinfreunde große oder kleine Gläser benutzen sollten. Nein, das ist kein vorweggenommener Aprilscherz, zumindest, wenn man dem entsprechenden Bericht auf wine-searcher.com Glauben schenken darf. Forscher der beiden Unis (Cornell in Ithaca und Iowa in Iowa City) sollen danach untersucht haben, welche Mengen ihre Versuchskaninchen sich einschenkten, wenn sie kleinere und schmalere oder aber größere und weitere Gläser benutzen. Sie fanden heraus, dass in die großen Gläser im Schnitt 11,9 % - ja, nicht etwa nur 11,8 oder 12,3 % - mehr eingeschenkt wurde als in die kleineren, ohne dass die Versuchspersonen sich darüber im Klaren waren.


Kleines Glas, wenig Wein - großes Glas, viel Wein. (Foto: E. Supp)

0 | Tag(s): 20, Gläser, Weinkonsum
19.10.2013

Frankreichs Weinindustrie ist auf den Barrikaden. Der Grund dafür ist ein Gerücht - hartnäckig, obwohl von Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll solche Pläne zumindest für die nahe Zukunft dementiert hat -, die Regierung Hollande-Ayrault wolle die Steuern auf Wein drastisch erhöhen. Damit werde, so die mächtige Lobby der zweitgrößten Exportindustrie des Landes, dem Weinbau der Grande Nation ein Dolchstoß versetzt, der tödlich sein könne. Zwei Gründe gibt es wohl für diese neue, höhere Steuer: Zum einen sind die französischen Staatskassen so leer, wie fast überall in Europa, zum anderen will die Regierung wohl der seit Jahren mehr oder weniger lautstark agierenden, mächtigen französischen Gesundheitslobby ein Stück weit entgegen kommen. Die neue Steuer, so wird argumentiert, könne den Weinkonsum zumindest auf ein "vernünftiges" Maß einschränken.


Während Frankreich immer mehr seiner großen Gewächse exportiert, gerät der Weinkonsum in der Grande Nation selbst zunehmend unter Druck. (Foto: E. Supp)

19.10.2013

Der weltweite Sekundärmarkt für edle (gereifte) Weine scheint noch immer nicht in die Gänge zu kommen. Das jedenfalls geht aus den Zahlen des Liv-Ex hervor, des wichtigtens Wein-Indexes weltweit. Nachdem dieser vor zwei Jahren einen Höchststand von ca. 360 Punkte erreicht hatte, ging es zwischen Juli 2011 und Dezember 2012 um etwa 100 Punkte bergab. Zwar schien es zu Anfang dieses Jahres, als könne sich der Index wieder erholen, aber nach den knapp 280 Punkten im März orientierte sich der Kurs wieder nach unten, um im September nur knapp über der 260er Marke zu landen. Schuld an dieser Stagnation ist sicher die anhaltende Unlust von Europäern und Amerikanern, massiv in "fine wine" zu investieren, aber auch die teilweise staatlich verordnete Zurückhaltung chinesischer Käufer.


Bereits seit zwei Jahren ist der wichtigste Index des Wein-Sekundärmarkts, der Liv-ex, weit von seinem Höhepunkt entfernt. Auch die kurze Aufwärtsphase zu Beginn dieses Jahres war nur von kurzer Dauer. (Liv-ex.com is the leading exchange for fine wine. It also provides valuations to both professional traders and wine collectors.)

19.10.2013

Jeder jubelt, wie er kann. Das jedenfalls scheint derzeit die Devise in Spaniens Weinbranche. Nachdem der spanische Binnenmarkt schon seit geraumer Zeit in der Krise steckt (wir berichteten ...), freuen sich die Spanier jetzt schon darüber, dass sich der Niedergang wenigstens zu verlangsamen scheint. "Nur noch" um 0,8 % im Wert und 0,6 % im Volumen (bei Schaumwein 2,0 und 1,4 %) soll der Weinmarkt der Iberer bis 2017 jährlich schrumpfen. Nur noch!

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0 | Tag(s): 20, Spanien
19.10.2013

"Ein auf dem Meeresgrund gereifter Wein ist immer komplexer und zeigt sich zugänglicher als sein Äquivalent an Land." Wohl gemerkt: Immer! Ob diese reichlich pauschalisierende Ansage nun aus der Originalverlautbarung stammt oder von den Redakteuren des Begerow-Newsletters getextet wurde - sie ist jedenfall so vollmundig wie suspekt. Der Zusammenhang: Ein kalifornisches Weingut, die Mira Winery aus dem Napa Valley, hat offenbar 2009 eine kleine Zahl Flaschen (48) von Tauchern in einem in 18 m Tiefe positionierten Container lagern lassen und diese Weine jetzt geborgen und verkostet. Aus einem (in Worten: EINEM) Versuch mit 48 (in Worten: ACHTUNDVIERZIG) Flaschen werden da Schlüsse auf "immer" gezogen?


... und die hätte man dann auch alle erst mal im Ozean versenken sollen, damit sie schneller zugänglich werden? (Foto: E. Supp)

19.10.2013

Südafrikas Weinwerbung bekommt eine neue Chefin. Nachdem Su Birch, die die überaus erfolgreiche Organisation seit 13 Jahren leitete, bereits vor einigen Monaten ihren Abschied für Ende Oktober angekündigt hatte, bestimmte der WOSA-Aufsichtsrat im September Siobhan Thompson zu ihrer Nachfolgerin.


Su Birch, die scheidende Chefin von Südafrikas Exportverband WOSA. (Foto: E. Supp)

19.10.2013

Sie dachten, TCA-(Korkschmecker)-verseuchte Weine riechen und schmecken scheußlich? Weit gefehlt - das jedenfalls behaupten jetzt japanische Forscher, die davon überzeugt sind, dass ihre Studien das Wissen über die Auswirkungen von TCA (2, 4, 6 - Trichloranisol) vollständig revolutionieren könnten. Die Japaner behaupten, dass die Wirkung des TCA nicht darin besteht, besonders unangenehm zu riechen oder zu schmecken, sondern darin, die Geschmackspapillen sozusagen zu verschließen, so dass sie einfach nichts mehr wahrnehmen können.


Abgeerntete Korkeichen in Spaniens Extremadura - die Rinde gilt als Hauptverursacher von Korkschmeckern. (Foto: E. Supp)

19.10.2013

ABC-Trinker nannten sie sich selbst, denn sie tranken "anything but Chardonnay", alles außer Chardonnay. Die schon in den 1990er-Jahren in Kalifornien entstandene "Bewegung", die auch auf andere Länder überschwappte, hat offenbar den Publikumsgeschmack deutlich weniger beeinflusst, als gemeinhin angenommen.


Auch in Brasiliens Serra Gaúcha wird Chardonnay kultiviert. (Foto: E. Supp)

19.10.2013

"Also das mit der wachsenden Weinkultur in China müssen wir wohl nochmal richtig recherchieren", hatte ich erst kürzlich auf Facebook geschrieben und festgestellt, dass wohlhabende Chinese, wenn sie einmal nicht unter "Statusbeobachtung" stehen, offenbar wenig Neigung zeigen, Wein zu trinken. Die Marlborough wine review ergänzt meine Beobachtung jetzt durch eine interessante Betrachtung und zitiert eine Umfrage aus The Drinks Business, nach der ein Drittel der reichsten Chinesen - das sind die, von denen immer gesagt wird, sie seien die Träger der neuen Weinkultur im Reich der Mitte - bei Befragungen offen zugeben, keine Ahnung von Wein zu haben und nur die hochpreisigsten Flaschen kaufen. Dies nicht etwa, um ihren Inhalt zu trinken, sondern um sie zu verschenken oder ostentativ zur Schau zu stellen.

19.10.2013

Eigentlich wollte man bei VineSleuth - die kalifornische Firma versteht sich als Dienstleister der Weinbranche und hat die Verkostungsapp Wine4.me entwickelt - eine Software zur besseren Vorhersage von Verbraucher-Präferenzen entwickeln, aber im Laufe der Arbeiten sah man sich dann aber veranlasst, die Zuverlässigkeit der eigenen Verkoster und Verkostungsmethoden zu überprüfen. Vor allem die Fähigkeit professioneller Verkoster, Aromen wiederzuerkennen und konsistente Bewertungen abzugeben, war in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder in Frage gestellt worden.


Weinverkoster bei der Arbeit. Wie zuverlässig sind sie in ihren Bewertungen und Weinbeschreibungen?. (Foto: E. Supp)